Funktioniert Flattr zum Geld verdienen in Blogs?

Ich bin heute auf zwei E-Mails in meinem Posteingang gestoßen und diese kamen von dem Mircopayment-Dienst Flattr.

Jemand hat in meinem Astronomie-Blog zwei Artikel für Lesenswert befunden und hier auf den Flattr-Button im Blog geklickt.

Nun kam mir die Frage in den Sinn ob Flattr wirklich noch zum Geld verdienen für Blogger sinnvoll ist oder nicht.

Ich probiere hier einen Blick auf den Dienst zu werfen und ziehe auch mal die Flattr-Statistiken heran.


Was ist Flattr?

Die Grundidee hinter Flattr ist Klasse. Mit einem kleinen Guthaben kann man einer Webseite, einem Blog oder auch einem Twitter-Nutzer seine Anerkennung ausdrücken. Dazu klickt, wenn den vorhanden, auf den Flattr-Button und kann festlegen, was man dem Benutzer quasi Spenden möchte.

Darüber kann man also zum Ausdruck bringen, dass einem ein Artikel gefällt und es einem Wert ist einen bestimmten Betrag (meist im Cent-Bereich) zu geben.

Diese Flattr-Klicks sind also bei weitem höher zu Werten als ein Klick auf die eingebundene Werbung. Warum? Na weil es doch eine gewisse Hürde darstellt, über den Flattr-Button etwas zu spenden. Dazu aber gleich mehr.

Wie geht das mit dem Flattrn?

Wie oben schon beschrieben, kann man sich bei dem Dienst kostenlos anmelden. Dazu geht Ihr einfach auf Flattr und registriert Euch dort.

Danach könnt Ihr in Eure Einstellungen gehen und den Blog anmelden. Sobald der Blog registriert ist, habt Ihr die Möglichkeit Flattr-Buttons in Eure Webseite einzubauen.

Um das zu vereinfachen gibt es diverse Plug-Ins für WordPress-Blogs, mit denen man das sehr einfach bewerkstelligen kann. Sucht einfach mal nach solchen Plug-Ins.

Kann man mit Flattr Geld verdienen?

Das Geld verdienen mit Flattr gestaltet sich ziemlich schwierig. Ich will die Frage nicht mit einem eindeutigen Ja oder Nein beantworten.

Es gibt Webseiten und Blogs die mit Flattr sehr gut verdienen. Schaut man sich bei Flattr im Katalog mal die Toplisten an, dann sieht man Seiten die mehr als 20.000 Flattr-Klicks haben. Rechnet man diese Klickrate mit im Schnitt 10 Cent hoch, dann sieht man das es hier Webseiten gibt, die im 4stelligen Euro-Bereich mit Flattr verdienen.

Das ist sehr beachtlich. Hierbei sollte man aber auch die Besucherzahlen und selbstverständlich die Themenbereiche von den Seiten in die Bewertung aufnehmen.

Weiterhin habe ich festgestellt, dass wohl die Webseiten mit Flattr am besten laufen bei denen viel Persönlichkeit eine Rolle spielt.

Was das heißt? Schaut man sich die Flattr-Topliste einmal genauer an, dann sieht man das die Blogger und Webseitenbetreiber nicht nur einfache Webseiten über ein bestimmtes Thema schreiben, sondern sehr polarisieren.

Ich mag das Wort zwar nicht, aber anders kann ich es nicht ausdrücken. Polarisieren heißt hier in dem Zusammenhang, dass Flattr wohl bei denjenigen am besten läuft, bei denen die Persönlichkeit mit in das Web-Projekt einfließt.

Die Besucher sind wohl eher bereit Jemanden eine Spende über Flattr zukommen zu lassen, als einem Content-Inhalt.

Ich kann also einen Artikel neutral schreiben oder ich schreibe den Artikel aus meiner Sicht und sage direkt was ich denke. Was meint Ihr welcher der beiden wird mehr geflattr(t)?

Hürden bei Flattr

Wie oben schon geschrieben, ist die Idee bei Flattr Klasse. Die Hürde aber auf entsprechende Flattr-Klicks zu kommen ist recht hoch.

Warum? Ersteinmal muss der Besucher bereit sein, einen Artikel zu Flattr. Er muss also aktiv denken, dass ein bestimmter Artikel es Wert ist mit einem spezifischen Betrag geflattr(t) zu werden.

Als nächstes muss der Besucher, um das zu denken, ein eigenes Flattr-Konto besitzen auf dem auch Geld eingezahlt wurde. Und dann muss er noch Klicken.

All das ist Voraussetzung um einen Flattr-Klick zu erhalten. Ihr seht, es ist nicht ganz so einfach die Anerkennung für einen Artikel zu erhalten? Was meint Ihr, wieviel Prozent Eurer Besucher haben eine Flattr-Account und wieviel Prozent dieser Besucher sind bereit zu klicken?  

Erfolgsfaktoren für Flattr

Schaue ich mir also die Toplisten an, dann sehe ich momentan mehr Faktoren die zum Erfolg beim Geld verdienen mit Flattr zählen.

1. Hohe Besucheranzahl

Um überhaupt nennenswerte Einnahmen mit Flattr zu generieren benötigt man schon eine hohe Besucherzahl. Mit 100 Besuchern am Tag kommt man hier nicht weit. Ich stelle hier mal eine simple Rechnung an um das zu verdeutlichen. Pro Flattr-Klick bekommt man 10 Cent. Bei 100 Besuchern am Tag, von denen 10% einen Account haben, klicken 10% dieser Besucher auf Flattr. Das wäre dann 1 Besucher am Tag. Sprich man erhält 10 Cent pro Tag. Das man 30 Tage im Monat sind genau 3 Euro/Monat.

Das ist schon eine sehr positive Rechnung und beinhaltet noch nicht den Punkt 2 und 3 meiner Erfolgsfaktoren. Es soll nur zeigen, dass bei 100 Besuchern wenig rumkommt.

2. Polarisierung

Ich glaube, dass neben einer hohen Besucherzahl auch die Persönlichkeit einer der wichtigsten Faktoren ist. Hier wird also die Spende eher personenbezogen abgegeben, als das man nur den reinen Content flattr(t). Das scheint zumindest so, da die führenden Webseiten alle eine starke persönliche Note besitzen.

3. Guter Content

Geflattr(t) wird ja nicht alles. Daher gilt auch hier Content ist King. Natürlich kann man nicht mit jedem Artikel Geld verdienen. Es gibt immer wieder Artikel, die kaum zu neuen Besuchern führen. Aber es gibt auch Content, der sehr gern geflattr(t) wird. Mit Punkt 1 und 2 zusammen, sollte es also Möglich sein mit Flattr Geld zu verdienen.

Fazit und Start eines Experimentes

Eindeutig kann man die Frage zu Flattr nicht beantworten. Es scheint bei bestimmten Webseiten und bestimmten Zielgruppen sehr gut zu funktionieren. Bei anderen gar nicht.

Ich habe mal zwei Beispiele heraus gesucht. Einer hat das Experiment Flattr abgebrochen und der andere schreibt über seine Erfolgsgeschichte mit Flattr.

Perun.net – Habe das Experiment Flattr beendet

Raumzeit – Zwei Jahre Flattr

Um einfach mal zu schauen, was Flattr wirklich so bringt, habe ich in diesen Blog Flattr eingebaut. Einen Account hatte ich ja schon.

Ich denke zwei der drei Erfolgsfaktoren erfülle ich. Den Punkt 2 und 3 sollte ich mitbringen. Punkt 1 wird eher schwierig und auch hier sehe ich wieder die Grenzen des Experimentes. Ich werde monatlich Flattr auswerten und Euch zeigen was damit geht.

Mal schauen was das ganze bringt.

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2 comments

  • der Artikel ist sehr informativ. Dass man mit „Flattr“ Geld verdienen kann, das wusste ich nicht. Ich wünsche ihnen mit dem Experiment einen guten Erfolg.
    Ich würde mich über weitere Artikel zu dieser Thema sehr freuen.
    Die Informationen werden meiner Website sicherlich etwas bringen, danke.

  • Hallo und Danke für die Erklärung.

    Bzgl. dem Flattr-Button-Drücken mal noch ein Hinweis.

    Der Marco Ripanti von ekaabo hat einen Spread.ly Button entwickelt, den man auf seinem Blog einbauen kann. Zum einen sind das Facebook, Twitter, Xing drin und auch tumblr und flattr.

    Nebenbei gibts noch eine Belohnungsfunktion für den ‘Drücker’ und Statistiken für den betreiber.

    Eventuell ist das ja was für Dich.

    Thomas

    P.S.: Vor kurzem erhielt ich – ganz unerwartet – auch 2 Flattr-Zahlungen. Und diese ‘investiere’ ich nun erstmal ‘zurück’. Mit dem nichtmonetären Liken/Sharen war ich ja noch nie sehr geizig.

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